SELBSTRAUM: Ein sicherer Raum um uns als Menschen ohne die Masken der Gesellschaft zu betrachten. Ich mache den ersten Schritt und zeige Dir wer ich bin. Vielleicht kann ich Dich motivieren es auch zu versuchen...

Sonntag, 14. November 2010

Meine Bondingerfahrung - Entwicklung

Inzwischen sind schon einige Wochen vergangen und ich habe wieder Fortschritte gemacht. Manche davon würde ich auch direkt mit meiner Bondingerfahrung zusammenhängend sehen und möchte sie hier aufführen.

- Entscheidungen: ich habe mich lange mit B. an dem Wochenende unterhalten, über das Entscheiden und die Schwierigkeiten die manche Menschen damit haben. Sie erzählte mir einen Traum und uns beiden wurde mal wieder klar, dass es auch sehr erleichternd ist, wenn jemand sagen kann was er/sie will. Mir ist in der Woche nach dem Bonding aufgefallen, dass ich z.B. die Entscheidung ob ich rechts oder links an jemanden der mir entgegen kommt vorbei gehen will spontan und unbewusst treffe und es nicht mehr zu diesem Zögern und Zickzacklaufen kommt. (Wurde mir plötzlich bewusst als es sich mehrmals wiederholt hatte). Auch ist mir aufgefallen, dass ich bei Gruppenentscheidungen mal die erste oder zumindest von den ersten bin, die eine Antwort gibt. Früher war es mir immer egal und ich habe oft gar nichts gesagt. Jetzt ist es mir im Grunde auch egal, aber ich sage einfach etwas und es ist ok, selbst wenn wir dann doch wo anders hin gehen, weil jemand einen besseren Einfall hat: ich schließe mir der Mehrheit an.

- Abgrenzung: Ich merke wie ich manchmal einfach reagiere. Ich sage dann was zu jemanden dessen Meinung ich nicht mag oder ähnliches. Ich bleibe nicht mehr still und fühle mich schlecht dabei. Ich spüre meine Aggressivität und wie mein Kopf die richtigen Fragen oder Antworten parat hat. Dies habe ich auch in der Vorstellung und mit NLP immer mal wieder geübt, aber ich denke Bonding war hier auch förderlich. Aber außerdem kann ich eher sagen dass mich etwas stört oder ich enttäuscht bin ohne verletzend zu sein. Es ist einfach ehrlich. Und die ich-Botschaften kommen oft automatisch. Ich finde auch Rechtfertigungen für den Anderen wie früher und auch Gründe für meinen Ärger, die nichts mit dem Menschen zu tun hat, der Auslöser war. Dies zu kommunizieren erspart mir Konflikte und löst trotzdem Spannungen.

- Gelassenheit: ich fühle mich geliebt und angenommen, mehr als vorher. Das ist so eine Grundstimmung, d.h. ich kann es nicht an einen bestimmten Menschen ausmachen. Ich weiß, dass hierzu alle "Matten" beigetragen haben und auch das Gefühl in der Gruppe aufgehoben zu sein. Ich fühle mich nicht so schnell angegriffen (auch wenn ich spontan und Wortgewandter reagiere), ich nehme vieles gar nicht mehr persönlich und fühle mich nicht gleich wieder abgelehnt. Ich kann auch besser mit meinen Fehlern umgehen, muss mich nicht beweisen. Wenn ich etwas falsch mache, lerne ich einfach dazu. Ich kann auch mit den Fehlern anderer besser umgehen.

- Unterordnung/Überheblichkeit: mein Problem mit Autoritäten hat sich auch sehr verändert. Ich stelle manchmal trotzdem noch Fragen um zu wissen wo sie stehen und nicht um wirklich eine sachliche Information zu bekommen, aber nicht aus einer Überheblichkeit heraus, es fühlt sich zumindest ganz anders an. Ich versuche den Platz in der Gruppe zu bewahren und niemanden die Leitung streitig zu machen, aber ohne mich wirklich unterordnen zu müssen aus Angst vor Repressalien der übergeordneten Personen. Manchmal bin ich auch in der Lage Kritik anzubringen, was ich dann aber möglichst im Zweiergespräch mache. Und manchmal kann ich auch in der Gruppe einen Beitrag leisten, den ich mir früher nicht getraut hätte.

- Lebendigkeit: tatsächlich ist es das was mich am meisten auffällt. Ich bin mehr da, mehr präsent. Ich gucke den Leuten in die Augen und lasse mich sehen. Ich biete Paroli. Ich berühre und fühle die Menschen viel intensiver. Ich bin immer noch vorsichtig, ich möchte keine Grenzen überschreiten, aber manchmal bewege ich mich an der Grenze und rüttle vielleicht auch mal daran, aber nur um den anderen zu zeigen, dass es ok ist auch mal mehr zuzulassen. D.h. ich hinterfrage eher etwas, ohne den anderen damit verletzen zu wollen und mir ist immer sehr wichtig dabei meine Wertschätzung und Verständnis zum Ausdruck zu bringen. Oder ich berühre jemanden, einfach so, weil mir danach ist. Und es wurde bisher nicht abgelehnt. Ich bin vorsichtig, so wie immer, aber nicht mehr so ängstlich dem anderen zu nahe zu kommen. Ich glaube früher war ich manchmal unnahbar, nicht greifbar, viel zu sehr im "Kopf". Jetzt bin ich überall!!! :o)

Sonntag, 7. November 2010

Zukünftige Einträge

Nur damit ich es selbst nicht vergesse und um andere neugierig zu machen... hier meine nächsten Ideen:
- Meine Gummiband-Theorie: oder wie Veränderung nicht funktionieren kann
- Angst vs. Mut (schon angefangen)
- Übung 1: lernen Entscheidungen einfacher zu treffen (schon angefangen)
- Bondingtherapie: was danach passierte

Oh(n)Macht

Wie sehr liebe ich es
der Grund für Deine Gänsehaut zu sein
der Grund für Dein Lächeln
der Grund für Deinen Säuftzer


Wie sehr liebe ich es
der Grund für Deine Erregung zu sein
für Deine Begeisterung oder für erwartungsvolle Spannung


Wie sehr liebe ich es
Dir dabei zuzugucken wenn Du tief Lusft holst
Wie sehr liebe ich es
Dich glücklich zu sehen...

...so sehr, dass ich die Vorstellung schon nicht verkraften kann
Dich ärgern zu können, oder traurig zu machen.
...so sehr, dass mein Verantwortungsgefühl und meine Angst
Dich zu verletzen
zu groß ist um bei Dir zu bleiben.

...so sehr, dass ich nicht ertragen würde zu versagen
zu bemerken, dass ich im Grunde Ohnmächtig bin,
dass ich Dir keine Gefühle verursachen kann.

Aber ich bin weder der Grund für Dein Glück
noch der Grund für Dein Leid.
Ich bin nur ein Kathalisator
denn Deine Gefühle gehören nur Dir.

Ich kann nicht zaubern
ich kann Dir nur zugucken und Dich begleiten.
Ich kann Dein Glück und Dein Schmerz mit Dir teilen.

Aber, wenn ich zaubern könnte, glaube mir,
es würde Dir niemals schlecht gehen.

An meine geliebete Königin

Es war ein Mal eine Königin, die sehr praktisch orientiert war, sie sah sofort was zu tun war und wer was gebraucht hatte. Sie erledigte ihre eigene Arbeit immer wieder gut und schnell und delegierte an ihre Untertanen je nach Rang und Ordnung die Aufgaben die sie erledigen konnten. Die Menschen die unter ihrer Herrschaft lebten waren zufrieden und fühlten sich sicher und behütet. Jeder hatte seine Rolle und seine Arbeit.

Da wurde die Königin eines Tages krank und konnte nicht mehr alles erledigen. Sie war zu müde um sich um alles zu kümmern. Plötzlich gab es zum ersten Mal Streit und Unordnung. Keiner wusste so recht was er zu tun hatte und viele taten deshalb gar nichts. Die Königin beklagte sich, weil keiner auf die Idee kam ihr einen Tee zu machen. Wie konnte das sein? Sie selbst hatte ihnen doch immer Tee bringen lassen wenn sie krank waren. Wegen der Krankheit vergaß sie ihren Diener zu sagen, dass in der Küche Brot fehlte und als dieser ohne Brot zurück kam wurde sie wütend. Ihn aber traf keine Schuld, wie hätte er wissen sollen, dass er Brot hätte kaufen sollen? Rechtfertigte er sich mit vorsichtiger Stimme, "es tut mir Leid, aber mir hat keiner was gesagt".

Die Königin erholte sich langsam von der Krankheit, aber sie war traurig und frustriert. Ihre Untertanen waren nicht in der Lage eine Sekunde ohne sie klar zu kommen. Sie war verärgert und genervt, weil sie bemerkte, dass sich keiner um sie kümmerte und sie immer an alle und alles denken musste. Ihre Arbeit machte ihr immer weniger Spaß und immer wieder beklagte sie sich bei ihren Dienern wenn sie vergaß ihnen ganz genaue Angaben zu machen (wie früher) und diese dann ihre Aufgaben nicht zu ihrer Zufriedenheit erledigten. Die Diener wurden auch immer schlampiger und unzufriedener. Plötzlich sagte eine Dienerin "Jetzt möchte ich auch mal was entscheiden!" Und die Königin erstarrte schockiert.

Wo kämen wir den hin, wenn jeder selbstständig entscheiden würde? Was wäre dann aus der Königin, wenn alles funktionieren würde, ohne ihre Anweisungen, also ohne sie? Was bleibt einer Königin anderes übrig als seine Diener zur Abhängigkeit zu erziehen? Schließlich wäre sie keine Königin mehr wenn sie nicht ihre Funktion, ihre Rolle als Herrscherin ausüben könnte? Und was oder wer wäre sie dann?


Die traurige Königin merkte plötzlich, dass sie eine Pause bekommen hatte, weil diese kleine Dienerin auch mal entscheiden wollte. Sie hatte nun die Pause die sie sich immer gewünscht hatte, konnte damit aber nichts anfangen. Sie hatte verlernt Pause zu machen, sich zurück zu lehnen und einfach zu entspannen. Es war so schwer ihren Dienern dabei zugucken wie sie plötzlich ohne sie klar kamen. Es war so traurig zu bemerken, dass sie nicht gebraucht wurde.

Dann plötzlich kam ein kleiner Diener und sagte "Mama, ich will dass Du heute neben mich sitzt!" und da musste sie erleichtert weinen: ganz vergessen hatten sie sie doch nicht.

(An meine Mutter und an alle anderen Frauen, die mir immer wieder begegnen und mich daran erinnern wie schwer es mir fällt in ihrer Gegenwart selbstständig Entscheidungen zu treffen. Und an K. die sich in meiner Gegenwart traute ihrer Mutter zu sagen "Jetzt will ich auch mal was entscheiden!")

Sonntag, 31. Oktober 2010

Schweigen...

Dies hier habe ich gerade im Internet gelesen, habe laut gelacht (wahrscheinlich weil ich mich wiedergefunden habe!) und wollte es unbedingt zitieren:

Ihr kennt die Geschichte von den drei Zenschülern? Der Meister sagt zu ihnen: "Wenn ihr die höchste Erkenntnis erlangen wollt, müßt ihr schweigen." Darauf der erste: "Überhaupt kein Problem für mich. Ich bezweifle, daß es den anderen gelingt." Darauf der zweite: "Du Idiot, warum hast du nicht geschwiegen?" Der dritte: "Ich habe als einziger nichts gesagt."


:o) Schönen Sonntag.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Du bist so wunderbar!

Nur ganz kurz, weil ich es lustig fand was für mögliche Interpretationen dieser Satz haben könnte. Zwei kennen wir ja schon:

- "Du bist so wie ich!" (siehe Bondingerfahrung)
- "Du bist so ganz anders als ich!" (eher so wie ich gerne sein würde: siehe Bedingungslose Liebe)

Jesper Juul würde sagen:
- "Ich fühle mich so wunderbar wenn ich in Deiner Nähe bin!" Und das wäre wohl auch oft viel ehrlicher als der Titel dieses Artikels.

Und dann könnte ich es ja auch mal anders betonen und meinen:
- "Auch wenn Du nicht wunderbar bist, mag ich Dich trotzdem" Z.B. wenn jemand gerade bemerkt hat, dass er oder sie einen tollen Einfall hatte der sich aber als nicht praktikabel erweist oder ähnliches. Also eher ironisch.
- "Ach komm, denkst Du etwa Du bist was besonderes?" Wenn ich ironisch oder gar sarkastisch eigentlich genau das Gegenteil meine.
- "Lass mich in Ruhe mit Deinem wunderbaren Ideen" Es könnte ja sein, dass ich mich eigentlich ärgere, weil ich nicht so wunderbar bin oder aber weil jemand zwar gute Absichten hatte, die nicht so "wunderbar" bei mir angekommen sind.

Der Unterschied zwischen den 3 ersten und denen danach ist, dass sie nicht so eindeutig sind. Es kostet etwas Zeit und fordert einiges an Selbstvertrauen es heraus zu finden, dass es tatsächlich oft der Wahrheit entspricht. Es ist sogar manchmal so, dass der Zweite Satz sehr unterschiedlich sein kann, je nachdem wie der Sender sich dabei fühlt: traurig oder eher ärgerlich und minderwertig im Vergleich, oder bewundernd, mit dem heimlichen Gedanken "ich wäre auch gerne so wie Du". Wobei wir dann wieder bei 1 wären: würden wir sehen wer wir "wirklich" sind...


Über "wunderbare" Ergänzungen und weitere Ideen würde ich mich freuen...

Sonntag, 17. Oktober 2010

Bedingungslose Liebe

Was ist das überhaupt? Ich würde behaupten, dass 100% Akzeptanz Vorraussetzung für bedingungslose Liebe ist. Das bedeutet nicht, dass ich alles tolerieren muss, bzw. gut heiße was jemand tut. Denn dass hat einen ganz anderen Namen: Gleichgültigkeit. Und ich denke, jeder kann zwischen Gleichgültigkeit und Liebe unterscheiden. Bedingungslose Liebe erfordert auch, dass ich nicht persönlich nehme was die Person die ich liebe tut oder sagt. Es gibt viele Leute die behaupten bedingungslos zu lieben. Ich wage es zu behaupten, dass ich keinen einzigen Menschen persönlich kenne der es wirklich kann und tut (über Menschen die ich nicht kenne kann ich keine Aussagen machen). Denn die Vorraussetzung um jemanden voll und ganz zu akzeptieren ist, sich selbst voll und ganz zu akzeptieren. Und ich kenne zwar unterschiedliche Menschen mit unterschiedlich starken Selbstwertgefühlen, aber keiner von denen akzeptiert sich voll und ganz. Jeder hat seine Mängel und Macken mit denen er oder sie nicht so gut klar kommt, also Komplexe. Wahrscheinlich ist dieser vollkommene Zustand und diese vollkommene Eigenschaft einfach ein utopisches Ziel was wir alle verfolgen "wollen". Aber Real ist es nicht.
Die Realität sieht eher anders aus: z.B. ziehen sich Gegensätze an, weil jemand der ganz anders ist, natürlich auch nicht all meine verhassten Macken hat die ich selbst an mir nicht liebenswert finde. Oder zumindest hat er oder sie nicht diese eine ganz besonders verhasste Macke, sondern genau das Gegenteil davon: "ist er/sie nicht wunderbar (so ganz anders als ich)?" Aber können wir jemanden der uns in unserem innerlichen Vergleich immer wieder daran erinnert dass wir selbst nicht "so vollkommen" sind wirklich diese Eigenschaft gönnen? Wenn wir mit uns selbst ehrlich sind, wissen wir, dass wir irgendwo auch Ablehnung, Neid, Eifersucht und Ärger empfinden. Oder zumindest Trauer weil wir nicht "so liebenswert" sind wie er/sie. D.h. ich fühle mich innerlich (bewusst oder nicht) weniger Wert als dieser andere Mensch, zumindest unter diesem Aspekt.
Wie sieht es aus mit Menschen die unsere verhassten Eigenschaften auch haben? Können wir das was wir an uns selbst nicht akzeptieren an jemand anderes akzeptieren? Können wir es an jemand anderem gut heißen wenn wir es uns selbst verbieten? Können wir es lieben wenn wir es an uns selbst am liebsten sofort entfernen würden? Nein, wäre auch hier eine ehrliche Antwort.

Nein, ich kann nicht jemanden lieben der mich jeden Tag daran erinnert, dass ich Fehlerhaft bin. Egal ob es absichtlich ist oder unabsichtlich, egal ob es direkt gespiegelt ist (gleiche Eigenschaft) oder indirekt (gegenteilige Eigenschaft). Was bleibt jemanden übrig der auch noch dazu meine eigenen Gene hat? Ein kleiner Mensch, der mich als Vorbild hat und mich auch noch kopiert (auch das Fehlerhafte natürlich)? Außerdem haben Menschliche Eigenschaften so an sich, dass wir jeden nach diesem Kriterium definieren können. Z.B. Gewicht: Jeder hat irgend ein Gewicht.

Bedingungslose Liebe ist: nicht nur zu verstehen sondern auch zu fühlen (großer Unterschied!!!) dass wir uns alle viel ähnlicher sind als unterschiedlicher, trotz der großen, schönen, interessanten Vielfalt und dass Wertungen eine menschliche Erfindung sind.
Wenn jemand in der Lage ist einen einzigen Menschen bedingungslos zu lieben, dann kann diese Person auch alle anderen Menschen bedingungslos lieben. Allen vorran: sich selbst.

Tatsächlich kenne ich doch Menschen die bedingungslos lieben: Kleinkinder, die von Wertung noch keine Ahnung haben und auch nichts von Gleichgültigkeit verstehen.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Mein Darshan bei Amma: Selbstverantwortung vs. Delegation

Amma ist eine tolle Frau. Ihr Lächeln ist ansteckend und liebevoll. Ähnlich dem Lächeln eines Kindes. Amma ist mehr als nur eine Frau, sie ist auch ein Symbol, ein Beispiel und eine Stütze für viele. Ihre Projekte helfen Menschen auf der ganzen Welt. Ihre Anhänger werden zu besseren Menschen in dem sie sich geliebt und anerkannt fühlen, sich als freiwillige Helfer nützlich fühlen.

Zufällig ergab sich für mich die Gelegenheit Amma zu sehen. Mit einigen Frauen die ich bisher nicht kannte, durfte ich nach Winterthur fahren und diese Erfahrung mitmachen. Es war ein schöner Tag, viel Musik, Meditation, Bilder die auf unser Mitgefühl appellierten und erstaunlich viel Ruhe. Vielleicht war die Ruhe auch eine Folge des Gedanken "auch ich komme dran". Niemand kommt zu kurz bei Amma. Jeder darf umarmt werden. Und jeder bekommt von ihr in seiner Muttersprache liebevolle Worte ins Ohr geflüstert.

Ich war ehrlich gesagt nicht besonders aufgeregt, obwohl mir alle erzählten wie intensiv und beeindruckend für sie das erste Mal war und wie sehr ich doch aufgeregt sein müsste. Ich dachte, dass es zwar schön ist mitzumachen, aber dass es eine einmalige Sache bleiben würde. Ich wollte mich von meinen Vorurteilen befreien und mich ganz auf die Erfahrung einlassen. Ich wurde erst etwas nervös als ich tatsächlich an Ammas Brust lehnte und sie mich umarmte, aber es war mehr der Kontrollverlust und die Unsicherheit die ich spürte. Als sie mir dann "Meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe" ins Ohr flüsterte, entspannte ich mich und musste grinsen. Als ich merkte, dass meine Umarmung vorbei war, löste ich mich von ihr und bekam von ihr ein oranges Bonbon in einem Rosenblatt gehüllt. Ich grinste sie an und hatte das Gefühl das Spiel zu durchschauen. Trotzdem war ich nicht enttäuscht so wie es bei mir früher oft der Fall gewesen ist. Und sie grinste zurück und warf einem Arm nach mir als würde sie meine Schulter schubsen wollen, als würde sie einen Spaß mit mir machen. Ich glaube sie hat gespürt was ich dachte. Oder es von meinem Gesichtsausdruck abgelesen. Ich glaube nicht dass Amma selbst glaubt, dass sie übermenschlich ist, so wie es ihre Anhänger tun. Sie ist auch nur ein Mensch, ein sehr schöner, leuchtender Mensch, aber eben ein Mensch wie jeder andere es auch sein könnte, hätten wir nur das Vertrauen und den Mut uns selbst zu finden.

Einmal sagte eine weise Frau zu mir, dass ich meine Angst verlieren würde, wenn ich die Verantwortung für mich selbst übernehmen würde. Ich glaube ich fange an es zu tun. Deshalb bin ich nicht mehr enttäuscht, wenn ich bemerke, dass meine Eltern (mal die richtigen, mal symbolische Eltern) doch nicht so stark sind wie Supermann oder so Magisch wie Frau Holle. Ich bin langsam Erwachsen geworden. Ich vertraue mir selbst und brauche nicht mehr ihren Schutz. Ich glaube an mich und brauche nicht mehr ihre Führung. Ich kann ihre Fehler, oder besser gesagt: ihre Menschlichkeit, zulassen ohne mich enttäuscht zu fühlen, d.h. ohne Angst ihren Schutz verloren zu haben. Ich kann Amma anlächeln und mich auf ihrer Höhe fühlen, obwohl ich weiß, dass ich noch viel zu lernen habe. Aber ich delegiere die Führung nicht mehr an sie. Ich folge meinen eigenen Weg, nicht ihren. Ich war sogar kurz davor meinen Platz an ihrer Brust an jemand anderes zu geben, oder meine Zeit zu nutzen um ihr eine kurze Pause zu erlauben, oder sie zu bitten mich einfach nur anzusehen, weil ich von meinen Freunden umarmt werde. Immer wieder. Und es tut gut, und es ist reichlich Liebe für mich da. Besonders seit dem ich mich traue selbst zu lieben ohne Angst man könnte mir etwas wegnehmen.

Wenn ich mit Amma reden könnte, würde ich die Anmaßung wagen ihr einen Vorschlag zu machen, eine kleine Veränderung in ihren "Feiern". Was ich nämlich besonders nach meinem Bondingworkshop an diesem Freitag vermisst habe ist, dass die Menschen sich untereinander nicht umarmt haben. Ich hatte kurz die Idee mir ein Schild um die Brust zu hängen auf dem drauf stehen könnte "Free Hugs" oder so was. Ich war aber nicht mutig genug. Die Stimmung hätte ich tatsächlich anders erwartet. Die Menschen waren genau so distanziert wie auf irgend einer anderen Veranstaltung auch und warteten "nur" auf ihre Umarmung. Eine Frau die in Tränen ausgebrochen war, hielt sich ein Tuch vor dem Mund und alle Menschen um sie rum haben sie mehr oder weniger ignoriert. Ich hatte auch nicht den Mut zu ihr zu gehen und sie zu "halten": d.h. einfach bei ihr zu sein während sie weinte. Als ich mich endlich entschlossen hatte es doch zu tun, beugte sich eine junge Frau zu ihr und streichelte langsam ihren Rücken.

Mein Vorschlag: "Liebe Amma, bitte schlage den Menschen vor, dass sie sich gegenseitig auch umarmen können, vielleicht haben sie einfach noch nicht von alleine daran gedacht!"

Ich möchte noch von meiner Massage berichten: eine junge sehr liebevolle lächelnde Frau hat mich massiert. Es war wunderschön. Später im Auto sagte eine meiner Begleiterinnen "Jede liebevolle Berührung ist was schönes" und sie hat vollkommen Recht. Nach meiner Massage fühlte ich mich besser und ich hatte das Bedürfnis sie zu umarmen. Das sagte ich ihr und ich konnte ihr mit meiner Umarmung danken und die Massage in der Form abschließen. "Es ist schön, dass Du da bist" sagte sie zu mir. Ich strahlte und sagte "ja, es ist auch schön, dass Du hier bist". Ehrlich gesagt hatte ich mehr von dieser "nicht heiligen" Person, als von Amma

Fühlt Euch umarmt und folgt Amma wirklich, nehmt Euch ein Beispiel. Ihr Motto ist "embracing the world!" ist doch ganz einfach: am besten gleich damit anfangen!

Danke Amma für die Erkenntnisse die ich auf Deiner Feier gewinnen konnte.
Amen.

Samstag, 9. Oktober 2010

Gurus at YouTube...

Das Internet ist eine tolle Sache. Natürlich gibt es viel Mist, aber auch sehr viel interessantes zu lesen und schauen. Seit einiger Zeit surfe ich in YouTube rum und höre mir an was so einige Leute zu sagen haben. Da ich manche Namen auch immer mal wieder vergesse und dann beim erzählen nicht mehr genau weiß wie er oder sie sich schreibt usw. möchte ich hier die Gelegenheit nutzen einige zu erwähnen die ich gerne weiterempfehlen möchte:

* Sadhguru Jaggi Vasudev: www.ishafoundation.org (will Menschen zu mehr Bewusstsein verhelfen)
Empfehlenswert ist z.b. "Sadhguru & Shekhar Kapur - The Guru" (was ist ein Guru) oder "I feel I've lost my compassion how to get it back" oder auch "Sadhguru, How do I recognize my Guru?"

* Osho: www.osho.com (provoziert um Menschen zum denken anzuregen)
Sehenswert sind "Absolutely Free to Be Funny", "Love and Hate Are One", "Why Do I Get So Sensitive?"

* Burt Hardingwww.burtharding.blogspot.com (Mischung aus Zen und Psychologie - Psychosynthese)
"What's the difference between LOVE and FEAR?" oder "How to forgive and love yourself", "What's the difference between LOVE and FEAR?" und vieles mehr.

* Byron Katie... natürlich auch!

Sonntag, 3. Oktober 2010

Vorbilder

Neulich sagte mir jemand, dass es gut wäre Vorbilder zu haben. Ja, stimmt. Es wäre gut sich "die Großen" anzuschauen um zu lernen. Stimmt das wirklich? Tatsächlich wurde mir vor einiger Zeit bewußt, dass ich es wohl "falsch" mache. Ich fand bei "den Großen" immer sehr schnell "Fehler" und war enttäuscht festzustellen, dass sie doch "nur Menschen" sind. Anderseits wurde ich immer wieder von Menschen überrascht, die nicht wirklich zu "den Großen" gehören. Der erste Eindruck war oft sogar recht wenig beeindruckend gewesen. Aber wenn ich mich dann auf solche "kleinen" eingelassen habe, habe ich nach und nach immer wieder etwas entdeckt, was ich bewundern konnte. Etwas was ich von ihnen lernen wollte. Außerdem ist es einfacher, weil es von "den kleinen" sehr viel mehr gibt als von "den großen". Ich möchte ein paar Beispiele aufführen um es deutlicher zu machen. Diesen Sommer habe ich ein kleines 5 jähriges Mädchen kennen gelernt. Sie lächelte viel und in ihren großen Augen spiegelte sich immer wieder Begeisterung. Egal worum es ging. Sie war aufgeregt, weil so viele Leute zu Besuch waren. Sie sprach alle an, ohne Scham und ohne Unsicherheit. "Wie heißt Du?" oder "Magst Du mein Baumhaus sehen?" Wir haben bei ihr Zuhause Fußball geguckt (WM). Und als sie sich dann wie "die großen" hingesetzt hat um das Spiel zu gucken, war ich beeindruckt von ihrer Haltung: aufrecht, nicht so wie die der Erwachsenen. Ich denke oft an sie. Ich mag diesen offenen Blick und diese Unbeschwertheit. Ich möchte dieses Gefühl haben wenn ich fremde Menschen anspreche. Ich möchte über meinen Blog so begeistert erzählen können wie sie über ihr Baumhaus. Ich möchte ihre Haltung beim Sitzen einnehmen ohne darüber nach zu denken. Aber es könnte auch ein anderer Mensch sein. Z.B. eine Frau die sauber macht, der es wichtig ist, dass alles seine Ordnung hat. Der es wichtig ist, dass die Leute morgens alles sauber vorfinden und sich wohlfühlen. Eine Frau ohne Studium, die gebrochen Deutsch spricht. Eine Frau die ihre Arbeit gerne macht, egal was andere davon denken, oder wie es bewertet wird. Die niemanden beweisen muss wie schlau sie ist, wie gut sie schreibt oder redet oder wie gut sie plant und organisiert. Und ich habe noch ein Beispiel. Ein Freund der zuhören kann, ohne etwas zu sagen. Ein Freund der selten etwas sagt und wenn er etwas sagt, dann ist es so tief und so berührend, dass es mir manchmal die Sprache verschlägt.

Meine Vorbilder sind überall. Aber besonders gut ist das Vorbild in meinem Kopf. Denn ich weiß schon ganz genau was für ein Mensch ich sein will. Ich weiß ganz genau was für Eigenschaften ich bewundere. Und je näher ich diesem Menschen der ich sein will komme, desto mehr stelle ich fest, dass ich in anderen immer nur mich selbst gesucht habe.

Seit ich weiß, dass mein Name "Die Wunderbare" bedeutet, ist es immer wieder etwas komisch jemanden zu sagen, dass er/sie "wunderbar" ist. Es ist als würde ich sagen "Du bist ich". Tatsächlich ist es aber doch so: was ich an Dir nicht mag, mag ich an mir nicht, was ich an Dir mag, mag ich an mir auch.
Aber ich muss auch innerlich schmunzeln wenn mich jemand bewundert oder mir ein Kompliment macht, weil mir immer bewusster wird, dass auch die anderen mir sagen: "Du bist wie ich".

Je mehr ich mich selbst wunderbar fühle, desto mehr kann ich mich an den wunderbaren Menschen an meiner Seite erfreuen. Ich fühle mich Teil eines Ganzen und super wohl mit meiner Einsamkeit. Seltsam und neu, aber sehr schön.

"Der Tropfen weiß, dass er ein kleiner Teil des Ozeans ist, er vergisst aber oft, dass der Ozean ein Teil von ihm ist" (ist von Osho, glaube ich).

THE WORK von Byron Katie

Projektion und Delegation sind komplizierte Worte. Zu verstehen was dahinter steckt ist noch schwieriger. Ich habe schon oft vergeblich versucht jemanden dies zu erklären. Wahrscheinlich war es um so vergeblicher je wichtiger mir selbst es war, dass ich verstanden wurde. D.h. ich dachte dabei, dass dieser andere Mensch mich "unbedingt verstehen muss!" Und war somit nicht bei mir, sondern habe mich mit den Angelegenheiten des Anderen beschäftigt. Wenn ich kein Druck empfinde und es nicht um mich oder um die Beziehung zu mir geht, dann funktioniert Erklären sehr viel besser.

Diese Links sind also für all die Menschen denen ich versucht habe "die Umkehrung" zu erklären und gescheitert bin. Aber auch für all die anderen die sich dafür interessieren. Es geht darum die eigenen Gedanken zu relativieren. Verstehen dass wir alle viel zu oft uns in die Angelegenheiten der Anderen einmischen und frustriert sind wenn die Anderen (oder gar die Welt) nicht so ist wie wir sie gerne hätten. Natürlich können wir uns dann unter einer Decke verkriechen und uns selbst bemitleiden, weil alle so schlimm und böse sind und wir deshalb so einsam und so traurig. Aber wir können auch "THE WORK" angehen und uns von diesen erdrückenden Ansprüchen, Erwartungen und sonstige Glaubenssätze befreien.

Erst einmal 3 Videos:
YouTube: MoritzWork, auf Deutsch
YouTube: Byron Katei, auf Englisch mit Untertiteln
YouTube: Byron Katei, auf Englisch

- Texte:
Arbeitsblatt: Über deinen Nächsten
Zusammenfassung von "Lieben was ist"

- Byron Katei: www.TheWork.com

Freitag, 24. September 2010

Meine Bondingerfahrung

Ich habe auch mal Therapie gemacht...
Ich finde es sehr wichtig auch einmal auf der anderen Seite zu stehen. Nicht nur um sich in Klienten oder Patienten besser einfühlen zu können, sondern auch, weil ich anderen das "verkaufen" möchte, was ich selbst für sehr wichtig halte: Meine Selbstfindung und Entwicklung würde ich sogar als mein erstes und wichtigstes Lebensziel behaupten. Ich habe unterschiedliche Therapeuten kennengelernt, und ich würde mich nicht nach fachlichen Qualifikationen orientieren, sondern nach Reife, was für mich sehr viel mit Selbsterfahrung und Selbstbewusstsein zu tun hat. Ich würde lieber fragen wie viel Eigentherapien er oder sie gemacht hat...
Ich schäme mich nicht meiner Probleme und Schwierigkeiten und noch viel weniger darüber in bestimmten Situationen etwas anderes ausprobiert zu haben oder mir Hilfe geholt zu haben.

Ich habe eine Kurzzeittherapie gemacht und fand es sehr bereichernd und wichtig in der Zeit. Ich habe mich selbst coachen lassen (und werde es wohl immer mal wieder machen). Und habe vor einigen Wochen ein Bondingworkshop besucht: bei Jeff und Julia Gordon im Zentrum im Kraichgau.

Ich hoffe dieser Bericht hilft anderen sich für ihren eigenen Weg zu entscheiden.

Am Tag davor hatte ich einen Traum: Ich war in meinem Bett und habe mit voller Kraft geschrien, aber es kam kein Ton heraus. Ich habe nichts gehört. Ich hatte keine Stimme und das machte mir Angst. Doch plötzlich merkte ich, wie in allen Stockwerken dieses riesigen Hochhauses die Kleinkinder aufwachten und weinten. Auch ein Hund bellte draußen. Ich freute mich: Ich wurde doch gehört! Ich dachte, dass der Ton vielleicht einfach zu hoch war für meine Ohren. Dann wachte ich auf und war leicht heiser. Ich weiß inzwischen, dass die Stimmbänder auch ohne Ton beansprucht werden, wenn wir uns einfach nur vorstellen, dass wir etwas sagen. Dies nutzen ja auch Sportler, wenn sie sich bestimmte Abläufe einprägen wollen: Der Körper macht mit.

Bonding ist tatsächlich so ähnlich: In einem großen Raum voller Matten liegen 20-30 Erwachsene in Paaren. Diejenigen die unten liegen schreien und oder weinen, meistens. Manche sind auch eher leise. Einige wenige drücken Wünsche oder auch Freude aus. Würde jemand ein kurzes Video davon machen, wäre es recht absurd und seltsam. Aber selbst wenn der erste Eindruck nicht besonders reizvoll ist und in uns eher unangenehme Gefühle auslöst, lohnt es sich genauer hinzusehen (oder zu lesen).

Einstellungsrunde: Zusätzlich gibt es einen kleineren Raum in dem die Teilnehmer zusammen mit einem Therapeuten auf Stühlen im Kreis sitzen. Nacheinander darf hier jeder sein Thema mit dem Therapeuten besprechen und einen Satz finden der zu der eigenen Einstellung bzw. Einstellungsveränderung paßt. Dann darf der Teilnehmer diesen Satz an jeden in der Runde schreien (auch die Leeren Stühle: die sind besonder gut um sich Partner, Vater oder Cheffin vorzustellen). Wenn jemand zurück schreien möchte ist dies nicht nur erlaubt sondern auch erwünscht, da dies den Kontakt fördert und die Angst vor dem Ausdruck der eigenen Wut schmälert. Z.B. könnte jemand, der große Angst hat nicht zu gefallen, "ich scheiße auf eure Erwartungen" als Satz wählen.

Theorie
Ich hatte angefangen es fachlich erklären zu wollen, aber ich denke hierzu kann man vieles lesen:
Deshalb möchte ich erzählen, wie es möglicherweise jemanden geht, der sich für so eine Erfahrung entscheidet.

Am Anfang ist viel Unsicherheit da. Angst sich nicht zu integrieren, abgelehnt zu werden, niemanden zu finden der "harmlos" genug ist. Natürlich auch sexuelle Themen: Wird es mich oder ihn oder sie erregen? Und was wenn ja? (Normalerweise ist die Angst viel zu groß, als dass so etwas passieren würde).
Aber auf einmal befindet man sich inmitten von 20-30 Menschen und die meisten gehen sehr liebevoll miteinander um, scheinen sich zum Teil zu kennen. Vor lauter Angst vor Ablehnung sind fast alle eher vorsichtig. Niemand bedrängt. Manche, besonders die neuen, sind eher schüchtern. Alle sind aufgeregt (auch die alten Hasen).
Nach der Einleitung und gemeinsamen Schreien geht es dann los und ehrlich gesagt bleibt gar nicht mehr viel Zeit sich weitere Gedanken zu machen, weil die Ereignisse viel zu intensiv sind. Es ist aber besonders am Anfang wichtig, dass der Übungspartner uns angenehm ist.

Stellungen
Die normale Position ist folgende: Der aktive Partner legt sich auf den Rücken und der passive Partner legt sich drauf. Ein Bein zwischen die Beine des anderen und leicht schräg, sodass die Köpfe neben einander liegen. Der obere Partner kann sich mit dem Knie oder Ellenbogen abstützen um das Gewicht zu verringern. Der untere Partner sollte den oberen Partner gut umarmen können (um den Brustkorb).

In der ersten Runde hatte ich gelernt, dass es sehr angenehm ist die Übung mit der "Löffelchenstellung" zu beenden. Ich finde es eine schöne Stellung die ich allgemein mit Geborgenheit und Schutz verbinde und fühlte mich einfach sehr wohl mit meiner Partnerin. Danach habe ich in jeder Runde irgendwann gefragt ob wir diese Stellung einnehmen konnten, und durfte so die verarbeiteten Themen in Ruhe beenden und die Gefühle ausklingen lassen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, dass der eine Partner zwischen die kaum geöffneten Beine des anderen liegt, mit dem Kopf auf dem Bauch des unteren Partners. Diese Stellung erinnert an ein Baby auf dem Bauch eines Elternteils. Der untere Partner kann dann den Kopf und oberen Rücken des anderen halten oder streicheln (immer alles im Einverständnis beider).

Gefühle und Gedanken
In der ersten Runde kamen mir Verlustängste und das Gefühl im Stich gelassen zu sein. Aber hatte hauptsächlich das Gefühl akzeptiert und geliebt zu werden. Es war mehr "ankommen" und "angenommen werden".
Die zweite Runde war sehr unkritisch. Eher ruhig. Was mir vielleicht auch die Sicherheit gab mich mehr zu öffnen.

In der dritten Runde wurde ich nervös. Die anderen störten mich, ich fand es albern, ich verkrampfte immer mehr und mein Rücken und meine Schulter schmerzten. Irgendwann überkam mich Wut und Hass. In der Einstellungsrunde hatte ich ein klärendes Gespräch mit Jeff: Es ist normal solche Gefühle zu empfinden, wenn man sich bisher eher zurück gehalten hatte und die Einstellung mitbrachte, die Probleme der Anderen wären wichtiger als die eigenen. Er ermunterte mich diese Gefühle im Schutz der Nähe auszudrücken, sagte aber auch ich könnte in den Garten gehen (was ich selbst für mich als Fluchtmöglichkeit in Betracht gezogen hatte). Ich hatte empfand große Scham und konnte mir nicht vorstellen jemand mit diesen Gefühlen zu belasten. Eine sehr entschlossene Frau wollte mich auf der Matte begleiten und nahm mir die Entscheidung ab. Dann wagte ich es mich (bei meiner Mutter in Gedanken) laut zu beklagen. Die Erleichterung und die Ruhe, aber auch die Erschöpfung danach waren sehr groß.

Die vierte Runde empfand ich als Geschenk. Meine Beziehung zu meinem Vater war immer wieder konfliktreich, besonders seitdem ich angefangen hatte meine Weiblichkeit zu entwickeln. Ich denke, dass es eher die Norm ist, dass die sexuellen Tabus unserer Gesellschaft die (nicht sexuelle!) körperliche Nähe von Eltern und Kindern erschwert und viele Probleme und Konflikte mit dem eigenen Körper, Geschlecht oder mit dem anderen Geschlecht dies als Ursache haben.

Ein freundlicher sehr vorsichtiger Mann, ermöglichte es mir die entsagte Nähe zu meinem Vater nachzuempfinden (er erinnerte mich stark an ihn). Ich fühlte mich wie ein Kleinkind im Tragetuch an seiner Brust. Tiefe Ruhe und Geborgenheit erfüllten mich und die Schreie der anderen verstummten fast. Ich war sehr stark auf die sich angeglichene Atmung konzentriert. Fühlte seinen Puls und seine Wärme und die Sicherheit seines Körpers. Sowohl unter ihm wie auch auf ihm und hinter bzw. vor ihm in der Löffelchenstellung.

Die fünfte Matte teilte ich mit einer jungen Frau, die bei mir Konkurrenz, Neid und Eifersucht auslösten, die mich aber gleichzeitig sehr an mich selbst erinnerte und an meine Beziehung zu meiner Mutter. Mit ihr konnte ich "aufhören zu Kämpfen" und "aufhören mich zu beweisen". Nach einer Weile empfand ich viel Freude mit ihr in meinen Armen. Sie zu begleiten war auch sehr schön. Inzwischen konnte ich sehr intensiv meine Partner fühlen und mitfühlen. Die Angst vor meiner Empathie (Mitleiden) hatte sich eher in Neugierde und Anteilnahme verwandelt (Mitfühlen).Jetzt konnte auch ich (so wie mein symbolischer Vater) sagen, dass Empathie etwas Wunderbares ist.

Letzte Matte. Ein junger Mann, der mich daran erinnerte, dass ich meinen Bruder nicht oder selten umarmen darf (er fühlt sich unwohl dabei), löste bei mir sehr viel Schuldgefühle, Angst vor Ablehnung und Schmerz aus. Ich weinte fast ununterbrochen und fühlte mich zum Ende hin erlöst und erleichtert und freute mich auf meine nächste Beziehung (weil diese Angst immer ein wichtiger Störfaktor und Ursache für viel Schmerz in meinen bisherigen Partnerschaften gewesen war).

Gruppendynamik und Gemeinschaft
Es war eine positive Überraschung so eine Mischung an Leuten vorzufinden. Alt und Jung und verschiedene soziale Schichten (soweit es in bequemen Jogginganzügen auszumachen ist) waren vertreten. Auch gab es die "Wiederholungstäter" und die unsicheren Anfänger. Menchen, die aussahen als bräuchten sie eigentlich keine solche Erfahrung oder Therapie und andere, denen im Gesicht geschrieben war, dass sie größere Probleme hatten. Aber Platz war für jeden da.
In der Gruppe durfte ich von Anfang an viel Nähe und Wärme erfahren. Viel Rücksicht und Vorsicht. Mal fühlte ich mich nützlich und gebraucht, mal unterstützt und geliebt. Spätestens nach der ersten Runde umarmen sich fast alle. Jeder fühlte sich erst einmal besser als davor (akzeptiert und geliebt). Die Veränderung der Gesichtszüge und Körperhaltung einiger war richtig verblüffend. Heiterkeit und Gelassenheit würde ich als Grundstimmung angeben.
In drei oder vier Situationen in den Pausen kamen mir erneut die Tränen, weil ich an alten Schmerz in meiner Ursprungsfamilie erinnert wurde. Die Reaktion der auslösenden Personen war sehr positiv und unterstützend. Eine spontane, feste, ruhige und geduldige Umarmung war jedes Mal die Antwort. Sonst hatte ich immer wieder das Gefühl gehabt andere mit meinem Kummer nicht belasten zu dürfen und mich immer wieder in ähnlichen Situationen zurückgewiesen und im Stich gelassen gefühlt.
Aber im großen und ganzen fühlte ich mich sehr wohl und war stolz auf mich. Ich fühlte mich zwar immer schwerer und erschöpfter, aber nur körperlich. Emotional war ich fröhlich und ruhig und fühlte mich stark und zuversichtlich.

Jeff und Julia
lassen der Gruppe viel Freiraum. Sie stehen zur Seite wenn man sie braucht (viele rufen Julia während der Übungen). Sie tun aber nur das Nötige, wobei sie die Eigenverantwortung und Unabhängigkeit der Teilnehmer sehr fördern. Mit etwas Ironie und ohne viel Fachchinesisch werden die wichtigsten Ideen erklärt, so dass jeder sich selbst besser verstehen und diese Art von Therapie besser nutzen kann. Mir dienten sie auch als Vorbild zum Thema Abgrenzung und Partnerschaft. Ich gebe zu, dass ich mir auch ein Lebensprojekt mit einem zukünftigen Partner wünsche, bei welchem wir uns beide gemeinsam verwirklichen können.

Kost und Logis
Das vegetarische Essen war sehr gut und mit viel Kreativität und Liebe zubereitet (sogar mit essbaren Blumen als Dekoration).
Zum Schlafen konnten wir die Matten in den Seminarräumen nutzen oder einige Einzelzimmer (Gasthäuser im Ort gab es auch noch).
Der Garten und der Hof standen auch zur Verfügung, z.B. in den Pausen.
Kleine Tätigkeiten wie Tisch Decken, Abwaschen oder Milch beim Bauern holen, wurden von den Teilnehmern erledigt. Dies fördert auch die Gemeinschaft in der Gruppe und das Gefühl nützlich zu sein.

Als ich am Sonntag die Biotonne ausleeren und auswaschen durfte, musste ich über mich lachen, denn es war mir eingefallen, dass in einem Bericht über Mönche in Asien erklärt wurde, dass diejenigen mit den höheren Rängen die niedrigeren Arbeiten übernahmen um "auf dem Boden" zu bleiben. Tatsächlich hatte ich in dem Moment das gute Gefühl, dass kein Dreck an mir haften konnte...

Nachwort
Ich empfehle diese Erfahrung jedem. Ich denke, es ist und bleibt eine freiwilligen Entscheidung. Aber es lohnt sich. Es ist keine leichte Entscheidung und vielleicht ist es nötig etwas gefestigt zu sein um sich darauf einzulassen. Ich habe über 2 Jahre gebraucht mich an den Gedanken zu gewöhnen, bis ich schließlich die Entscheidung getroffen habe es zu tun. Jetzt überlege ich, ob ich es in einigen Monaten vielleicht wiederhole (wenn ich überhaupt von Wiederholung sprechen kann, da ich sicher bin, dass es ganz anders und trotzdem ganz besonders sein wird).


Nachtrag: Entwicklung

Mittwoch, 22. September 2010

Was biete ich an? - Wer bist DU und wer willst DU sein?

Ich biete ein so weit wie möglich vorurteilsfreie Ohr und Auge an. Und helfe Dir Deinen ganz persönlichen Stil und Weg zu Deinem ganz persönlichen Glück zu finden.

Alles fängt mit Bewußtwerdung an. Bewußt kann folgendes werden:
- Körpersprache
- Stimme
- Zwischenmenschliche Konflikte: Wie wirke ich auf Andere?
- Intrapsychische Konflikte: Was denke ich über mich selbst?


In gezielten Übungen und Fragestellungen können wir auch Abgrenzung und Durchsetzungsvermögen testen und entwickeln. Dank der Vorstellungskraft können wir Verhalten und Einstellungen gemeinsam verändern.

Jeder besitzt die Resourcen um seine Aufgaben zu Lösen. Ich helfe Dir das festzustellen und lernen diese einzusetzen.

Dienstag, 14. September 2010

Warum s e l b s t R A U M . d e ?

Nun, es kam schon mehrmals vor, dass mir Freunde gesagt haben, dass sie sich mit mir sehr wohl fühlen, dass sie mit mir mehr "sie selbst" sein können. Leider verstellen wir uns immer wieder viel zu sehr. Wir versuchen uns allen möglichen Erwartungen anzupassen und sind dann sehr wenig "wir selbst". Manchmal wissen wir auch gar nicht mehr so richtig wer "ich selbst" wirklich ist.
Auch ich bin auf der Suche nach mir selbst und bisher habe ich so einiges hinter mir. Ich schäle nach und nach die Masken und Mauern die ich um mein Selbst gebaut habe. Vielleicht helfen anderen meine Erfahrungen weiter..

Auf einer der 4 Variationen meiner Visitenkarten steht "den RAUM schaffen um das SELBST zu entfalten". Tatsächlich ist Selbsterfahrung immer irgendwie mit Angst verbunden. Es ist schwer neues Verhalten in der gewohnten Umgebung zu testen und es ist in der Regel schwer ehrlich zu sein und anderen die eigenen realen Schwächen und Stärken zu zeigen... Ich möchte DIR dabei behilflich sein!

Tatsächlich denken die meisten, dass diese Schichten sie schützen, dem ist aber nicht so. Vielleicht war der Schutz in einer anderen Zeit nötig, aber als Erwachsener erhalten unsere Abwehrmechanismen meistens eher die Angst und die Erinnerung an die "schlimmen Situationen" und machen uns das Leben oft schwerer als nötig. Abwehrmechanismen sind nicht grundsätzlich schlecht, aber man sollte sie regelmäßig zur Inspektion schicken... ;o)

http://de.wikipedia.org/wiki/Selbst

Erster Eintrag!

Hallo Liebe Leute,

seit gestern habe ich meine neuen Visitenkarten und habe heute auch schon einige verteilt. Da steht schön meine neue Domain drauf (www.selbstraum.de) aber noch gibt es kaum Inhalt!

Hier soll nun ein Blog entstehen, in dem ich immer mal wieder Ideen und Vorschläge und einfach Gedanken in die Welt schicke, die mir wichtig erscheinen und zum Thema des Blogs passen. So können sich Interessenten ein besseres Bild von mir machen und sich mit dieser Information entscheiden ob ich für ihre Beratung oder Coaching in Frage komme.

Viel Spaß beim Wachsen und Lesen,
Mayra